About Nuts Newsletter
Oktober 2008

1. Kolumne von Elly Kaldenberg, Ernährungswissenschaftlerin

Ob ich gerne etwas über Nüsse und deren gesunde Eigenschaften schreiben möchte, wurde ich gefragt. Mit dem größten Vergnügen, schließlich bin ich der Nussliebhaber und den Nussliebhabern! Aber wie den meisten Menschen, so reicht auch mir eine Handvoll Nüsse nicht aus. Ich bin erst glücklich und zufrieden, wenn ich alle verfügbaren Nüsse aufgegessen habe und die Schale leer ist. Natürlich stürzt mich das dann schlagartig in ein wahres Ernährungsdilemma: Gesundheit versus Kalorien! Nüsse sind sehr gesund. Mandeln haben beispielsweise soviel Protein in sich wie ein Ei, sie enthalten mehr Magnesium als eine Portion Spinat, soviel ungesättigtes Fett wie ein Teelöffel Olivenöl und soviel Flavonoide wie eine Tasse Tee. Und das alles in 28 Gramm Mandeln, das ist wundervoll! 28 Gramm entsprechen genau 23 Mandeln. Nein, ich habe mir das nicht ausgedacht, eine Dame vom California Almond Board hat das für mich herausgefunden. Sie gab mir ein kleines Schälchen, in das genau 23 Mandeln hineinpassen. Jeden Tag gönne ich mir ein Schälchen voll Mandeln und tue meiner Gesundheit etwas Gutes – ohne zu viele Kalorien zu konsumieren.

Dieser Hinweis ist wichtig, denn in der Regel werden Nüsse nach ihrem Kaloriengehalt bewertet – insbesondere dann, wenn man einen Nusskonsum aufweisen kann, wie ich ihn habe! Natürlich dachte ich am Anfang, das Schälchen sei ungeheuer praktisch. Doch nach einiger Zeit wurde ich unglücklich, da das Schälchen angesichts meiner Lust auf Nüsse doch viel zu klein war. Schließlich sind 23 Mandeln im Handumdrehen gegessen und vergessen. Ich kann leere Hosentaschen verschmerzen, aber ein leeres Mandelschälchen? Das fällt mir schon wesentlich schwerer! Klar, ich habe Einfluss darauf, wie viele Mandeln im Schälchen sind: Wenn ich sie zusammenpresse, passen vielleicht 24 hinein. Oder gar 25!

Um die Geschichte abzukürzen: Ich habe das Schälchen jemandem anderen gegeben, der sich in seinem Hunger auf Nüsse besser unter Kontrolle hat als ich. Ich bin wieder zu meiner alten Schale mit Nüssen zurückgekehrt – in diese passen mehr als 23 Nüsse. Aber ich leere sie nicht täglich. Auch das ist sehr gesund!

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Elly Kaldenberg

2. Der Einfluss gesunder Ernährung auf die Alzheimer-Krankheit

Erst kürzlich haben Forscher festgestellt, dass gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil auch gut für das Gehirn ist. In dieser gesunden Ernährung können Nüsse eine wichtige Rolle spielen. Passinetti und Eberstein stellten fest, dass zahlreiche Studien gesunder Ernährung, Gewichtskontrolle und Kalorienreduktion bei der Alzheimer-Prävention eine große Bedeutung beimessen. Nüsse und Erdnüsse sollten nach Passinetti Teil dieser Ernährungsweise sein.

Obwohl definitive Nachweise zur Alzheimer-Krankheit und -Prävention noch ausstehen, können anhand des bisherigen Kenntnisstands einige Ernährungsempfehlungen gemacht werden, so das Forscherteam. Strategien zur Vermeidung dieser Krankheit sollten demzufolge auf den Verzehr von naturbelassenen Lebensmitteln und natürlichen Fetten, insbesondere von Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und Körnern abzielen. Auch eine verminderte Kalorienzufuhr durch gesättigte Fette und zusätzliche Aufnahme von Kohlehydraten gilt als vielversprechend.

Alzheimer ist eine degenerative und tödliche Krankheit, deren fortschreitender Verlauf die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt und zudem enorme Kosten produziert. Nach Schätzungen sind rund 26,6 Millionen Menschen weltweit von der Krankheit betroffen. Diese Zahl wird sich in Zukunft weiter erhöhen, Experten gehen von einer Vervierfachung bis zum Jahre 2050 aus. Zurzeit ist die Krankheit nicht heilbar. Daher sind Strategien zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs von großer Wichtigkeit, um das Leiden weltweit zu lindern.

Quellen:
1) G. M. Pasinetti & J. A. Eberstein: „Metabolic syndrome and the role of dietary lifestyles in Alzheimer's disease“ in: Journal of Neurochemistry 2008; 106 (4): 1503–1514.
2) R. Brookmeyer u.a.: „Forecasting the global burden of Alzheimer’s disease“ in: Alzheimer's and Dementia 2007; 3(3): 186–191.

noten

3. Schwangere Frauen können Nüsse essen

Immer wieder hat die Forschung in den letzten Jahre bestätigt, dass der Konsum von Nüssen (und insbesondere Erdnüssen) während der Schwangerschaft keinen Einfluss auf die Asthma-Wahrscheinlichkeit bei Neugeborenen hat. Kürzlich aber hat eine von der niederländischen Universität Utrecht durchgeführte breit angelegte Studie einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Asthma bei Kindern und dem Verzehr von Nussprodukten während der Schwangerschaft festgestellt.

Insgesamt 4.146 schwangere Frauen waren befragt worden, wie häufig sie im letzten Schwangerschaftsmonat Obst, Gemüse, Eier, Milch, Milchprodukte, Nüsse sowie Nussprodukte zu sich genommen hatten. Im Anschluss daran wurde acht Jahre lange beobachtet, ob die Kinder Asthma oder andere Allergien entwickelten.

Die Erhebung beschränkte sich jedoch auf die Häufigkeit des Konsums herkömmlicher Lebensmittelgruppen. Die Forscher nahmen an, dass es sich bei Nussprodukten primär um Erdnussbutter handelt, dem beliebtesten Nussprodukt in den Niederlanden.

Es wurde kein Zusammenhang zur Entwicklung von Asthma und Allergien bei Kindern und dem Verzehr von Gemüse, Fisch, Eiern, Milch oder Milchprodukten sowie von Nüssen während der Schwangerschaft festgestellt. Überraschenderweise hatte auch der Verzehr von Nüssen und Nussprodukten keine Auswirkung auf die Entwicklung von Erdnussallergien. Diese Beobachtungen decken sich mit den Studien des David Hide Asthma and Allergy Research Centers.

Dafür, dass der Verzehr von Erdnussbutter das Asthmarisiko erhöht, Erdnüsse selbst jedoch keinen Effekt auslösen, haben die Forscher aus Utrecht bislang keine befriedigende Erklärung finden können. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte in dem erhöhten Aufnahme von Leinölsäure liegen. Dies sorgt dafür, dass sich auf zellulärer Ebene Arachidonsäure ansammelt, was wiederum zu einer erhöhten Ausschüttung von Prostagladin E2 (PGE2) führt. PGE2 kann das Verhältnis zwischen Th1- und Th2-Zytokinen* verändern und zu einer erhöhten Produktion von lgE (Immunoglobulin = Abwehrstoff) führen und damit allergischen Reaktionen verursachen.

Einige Forscher wiesen auf die Komplexität der ausgewerteten Statistiken hin, die möglicherweise zu einer Verfälschung der Studienergebnisse geführt habe. Auch die Tatsache, dass lediglich Informationen über den Verzehr herkömmlicher Lebensmittel, nicht aber über spezielle Lebensmittel sowie über die Quantität des Verzehrs erhoben wurden, könnte die Aussagekraft der Untersuchung relativieren. Möglicherweise verursachen auch frucht- oder nussspezifische Nährstoffe Effekte, die bei einer Analyse von gesamten Lebensmittelgruppen nicht ins Gewicht fallen und daher nicht erfasst werden konnten. Willerst et al. bemerken daher, dass es zu früh sei, um aus dieser Studie offizielle Gesundheitsempfehlungen abzuleiten.

* Zytokine sind Botenstoffe zwischen verschiedenen Zellen des Organismus und spielen unter anderem eine Rolle bei der Immunantwort. Dabei interagieren sie mit den T-Helferzellen, die je nach Unterart (TH1 oder TH2) ebenfalls verschiedene Zytokine produzieren.

noten Colophon
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