About Nuts Newsletter
Ausgabe 1/2007

1. Editorial: Die About Nuts News im Profil

Wir freuen uns, Ihnen die erste Ausgabe des About Nuts Newsletters präsentieren zu können. Wir berichten regelmäßig über die neusten Entwicklungen rund um das Thema Nüsse und Gesundheit. In dieser ersten Ausgabe können Sie mehr über die Rolle von Erdnüssen und Nüssen in einer ausgewogenen Ernährung und noch vieles mehr erfahren. In unserer Gastkolumne erläutert Professor Ronald Mensink von der Universität Maastricht, wie die verschiedenen Fettsäuren in unserer Ernährung mit dem Cholesterinspiegel im Blut zusammenhängen.

2. Ergebnisse der Stakeholder-Umfrage

About Nuts hat Experten aus den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt – darunter Vertreter aus Forschung und Politik sowie von Verbänden – zur Bedeutung von Nüssen in einer ausgewogenen Ernährung und über die natürliche Qualität dieser Produkte befragt. Dazu wurden – basierend auf einem Fragenkatalog – vorstrukturierte (Telefon-) Interviews durchgeführt. Die Befragung wird regelmäßig wiederholt werden, um einen dauerhaften Kontakt mit dem Expertenkreis zu etablieren.

Die Rolle von Nüssen in unserer Ernährung

Die erste Umfrage hat gezeigt, dass die Befragten Erdnüsse und Nüsse als Bestandteil einer gesunden Ernährungsweise betrachten. Allerdings wurde oft auf den hohen Kaloriengehalt dieser Produkte hingewiesen. Nach Angaben der Befragten spielen Erdnüsse und Nüsse allerdings keine bedeutende Rolle in der Diskussion um Fettleibigkeit, da die durchschnittlich pro Tag verzehrte Nussmenge niedrig ist.

Natürliche Qualität

Erdnüssen und Nüsse gelten – unabhängig von der ernährungsphysiologischen Beurteilung – als natürliche Produkte. Zwischen verarbeitenden und unverarbeiteten Erzeugnissen wird dabei kein Unterschied gemacht. Unter verarbeiteten Erdnüssen und Nüssen werden gesalzene, geröstete oder überzogene Produkte verstanden. Ungesalzene Erzeugnisse werden von denjenigen Experten leicht favorisiert, die sich speziell mit Ernährungsthemen beschäftigen.

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Redaktion
The Nut Company/IMKO, Arnhem
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Redaktionsausschuss
Schuttelaar & Partners, Den Haag

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3. Ein Experte kommt zu Wort

Professor Ronald Mensink, Universität Maastricht

Einfluss der Fettsäurenzusammensetzung auf das Lipoproteinprofil

Der Fettsäurengehalt von Lebensmitteln beeinflusst nicht nur die Cholesterinkonzentration insgesamt, sondern auch die Verteilung des Cholesterins auf die verschiedenen Lipoproteine. Um ein günstigeres Lipoproteinprofil zu erreichen, empfiehlt es sich, gesättigte und Transfettsäuren im Essen durch die gleiche Menge an ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren auszutauschen.

Lipoproteine Transporterfunktion Beeinflussung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
LDL: Low Density Lipoprotein Transportiert das “schlechte” Cholesterin Erhöhtes Risiko
HDL: High Density Lipoprotein Transportiert das “gute” Cholesterin Reduziertes Risiko
VLDL: Very Low
Density Lipoprotein
Transportiert
Triglyceride
Erhöhtes Risiko

Tabelle 1: Lipoprotein-Klassen

Lipoproteinzusammensetzung

Es gibt vier wichtige Kenngrößen für die Lipoprotein-Zusammensetzung im Körper:

  • Die LDL-Cholesterinkonzentration
  • Die HDL-Cholesterinkonzentration
  • Das Verhältnis Gesamtcholesterin/HDL-Cholesterin
  • Die Konzentration an Triglyceriden, die im Wesentlichen als VLDL in Erscheinung tritt

Hohe LDL- und Triglycerid-Konzentrationen werden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht. Eine hohe HDL-Konzentration senkt dagegen das Risiko. In den Niederlanden wird überwiegend das Verhältnis Gesamtcholesterin/HDL-Cholesterin verwendet, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen. Je niedriger dieser Wert liegt, desto niedriger ist auch das Krankheitsrisiko.

Die Wirkung von einfach ungesättigten Fettsäuren

Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass Ölsäure – die wichtigste einfach ungesättigte Fettsäure in unserer Ernährung – einen mit Kohlenhydraten vergleichbaren Effekt auf den Cholesterinspiegel hat. „Vergleichbar“ bedeutet, dass der Austausch von Kohlenhydraten in unserer Nahrung durch Ölsäure den Cholesterinspiegel nicht beeinflusst. Natürlich muss in diesem Fall die Energiemenge, die Kohlenhydrate und Ölsäure jeweils liefern, übereinstimmen. In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass sich Ölsäure positiv bemerkbar macht auf:

  • das Verhältnis Gesamtcholesterin/HDL Cholesterin,
  • die HDL-Konzentration und
  • die Triglycerid-Konzentration

Ölsäure ist unter anderem in Olivenöl, Rapsöl, Avocados und Nüssen enthalten.

Der Effekt von mehrfach ungesättigten Fettsäuren

Beim Vergleich der Wirkung verschiedener mehrfach ungesättigter Fettsäuren lässt sich folgendes feststellen: Die Linolsäure, die häufigste n-6-Fettsäure in unserer Nahrung, hat eine noch günstigere Wirkung als Ölsäure. Diese Fettsäure erniedrigt auch den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel (Tabelle 2).

n-3 Fischfettsäuren wie EPA (C20:5n-3) und DHA (C22:6n-3) entfalten einen positiven Effekt auf die Triglycerid-Konzentration. Sie haben aber gleichzeitig einen neutralen bis ungünstigen Effekt auf die anderen Cholesterin-Kenngrößen. Man könnte annehmen, dass α-Linolsäure (ebenso wie n-3 Fettsäuren) eine vergleichbare Wirkung wie Fischfettsäuren aufweist. Das ist aber nicht der Fall. Es zeigt sich vielmehr, dass ihre Wirkung mit der von Linolsäure vergleichbar ist.

(^) = Konzentration steigernd; (v) = Konzentration senkend

Lipoproteinmarker Ölsäure Linolsäure alpha-
Linolsäure
EPA/DHA
Gesamt-Cholesterin Neutral Günstig (v) Neutral oder
ungünstig (^)
HDL-Cholesterin Günstig (^) Günstig (^) Neutral
Triglyceride Günstig (v) Günstig (v) Günstig (v)
Verhältnis Gesamt-/HDL
Cholesterin
Günstig (^) Günstig (^) Neutral

Tabelle 2: Wirkung von Ölsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäuren), Linolsäure, α-Linolsäure und Fischfettsäuren (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) auf die einzelnen Lipoprotein-Kenngrößen (im Vergleich zur Wirkung von Kohlenhydraten).

Gesättigtes Fett

Eine vor Kurzem durchgeführte Meta-Analyse von 60 kontrollierten Studien bestätigt, dass eine Mischung von gesättigten Fettsäuren den Gesamtcholesterinspiegel ansteigen lässt. Dabei erhöhen sich sowohl die LDL- als auch die HDL-Konzentration. Das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin bleibt daher unverändert. Diese Effekte waren allerdings von der Kettenlänge der gesättigten Fettsäuremoleküle abhängig.

Anmerkung des Herausgebers

Die meisten Erdnüsse und Nüsse enthalten große Mengen an ungesättigten Fettsäuren. Eine Vielzahl von epidemiologischen Studien belegt die positive Wirkung dieser Produkte, da sie das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren können. Unter anderem hat sich gezeigt, dass der Fettsäuregehalt von Erdnüssen und Nüssen dabei eine Rolle spielt. Diese Fettsäuren sind aber auch für den hohen Energiegehalt dieser Produkte verantwortlich. Eine Handvoll Nüsse, sagen wir 30 Gramm, liefern im Durchschnitt ungefähr 195 Kalorien. Dies entspricht 8 bis 10 Prozent der täglich empfohlenen Kalorienzufuhr von Erwachsenen. Die Herausforderung für „About Nuts“ ist es daher, diese scheinbar gegensätzlichen Effekte, Verbrauchern sachlich angemessen zu vermitteln.

Source: M.A.M.A Thijssen and R.P. Mensink, Maastricht University. Ned. Tijdschr. Klin. Chem. Labgeneesk. 2005; 30:199-203; which can be consulted at Download PDF

Professor Ronald Mensink

4. Wissenschaft und Gesundheit


Positiver Effekt von Nüssen auf den Cholesterinspiegel

Eine in Südafrika durchgeführte Übersichtsstudie kam zu dem Ergebnis, dass Nüsse bei Personen mit einem normalen oder erhöhten Fettspiegel die Gesamtmenge an Cholesterin und LDL-Cholesterin senken können (Journal of Nutrition 135: 2082-2089, September 2005).

Wichtige Voraussetzung ist, dass fünf Mal pro Woche mindestens 50 bis 100 Gramm Nüsse verzehrt werden. Der Energieanteil der Fettsäuren in den Lebensmitten sollte bei einer für das Herz gesunden Ernährung bei 35 Prozent liegen und reich an einfach ungesättigten und/oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren sein.

Insgesamt wurden 23 Veröffentlichungen über Interventionsstudien zur Wirkung von Nüssen auf die Lipidkonzentration in die Übersichtsstudie einbezogen.

Die Ergebnisse von zwei Studien mit Erdnüssen (35-68 g/Tag), drei Studien mit Mandeln (50-100 g/Tag), einer Studie mit Pekannüssen (72 g/Tag) und vier Studien mit Walnüssen (40-84 g/Tag) belegten eine Senkung des Gesamtcholesterins zwischen 2 und 16 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe mit einem kontrollierten Ernährungsplan. Der LDL-Cholesterinspiegel sank um dabei zwischen 2 und 19 Prozent.

Zusammenhang zwischen Nüssen und Lebensmittelallergien

Die fünfte überarbeitete Ausgabe der „Nationalen Richtlinie für Lebensmittelallergien bei Kleinkinderm – veröffentlicht vom niederländischen Ernährungszentrum (Voedingscentrum) – legt dar, dass schwangere Frauen keine Ernährungseinschränkungen befolgen müssen, auch wenn in der Familie Fälle von Allergien bekannt sind. Ebenso müssen stillende Mütter bei einem erhöhten Allergierisiko der Kinder ihre Ernährung nicht umstellen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Lebensmittelallergien bei Kleinkindern besteht darin, ihnen bis zum sechsten Monat nur Muttermilch zu geben. Ab dem sechsten Monat kann ohne Einschränkungen mit Babynahrung ergänzt werden.

Bei Kindern, bei denen Lebensmittel-Allergien besonders früh aufgetreten sind, sollten potenziell stark allergene Lebensmittel (einschließlich Erdnuss-Produkte) nicht nur bis zum 6. Monat, sondern bis zum 12. Monat vom Speiseplan ausgeschlossen werden (Quelle: www.voedingscentrum.nl).

pinda

5. Pistazien: Herkunft, Geschichte und Nährwert

Pistazien werden schon seit Tausenden von Jahren von den Menschen als Nahrung genutzt. Ihre genaue Herkunft lässt sich nicht vollständig zurückverfolgen. Heute erfolgt der Anbau in den USA, in Asien, Südeuropa und im Mittleren Osten. Die Pistazien wachsen an Bäumen als Trauben von 10 bis 25 eng aneinander liegenden Früchten. Die Größe der Nuss nimmt bei der Reife zu und die harte Außenhaut kann dabei aufplatzen. Diese Pistazien werden im Englischen auch „splits“ genannt. „Non-split“ Pistazien entstehen, wenn die Reifezeit zu kurz war. Die Nüsse sind sehr energiereich, entsprechend ihrem Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Proteinen und Kohlenhydraten. Etwa 85 Prozent des Gesamtfetts besteht aus ungesättigten Fetten, die aufgrund ihres cholesterinsenkenden Effekts das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Zudem enthalten Pistazien viele Ballaststoffe, Magnesium und Phosphor und sind reich an Vitamin B1 und E.

Pistazien (gesalzen)   Pro Portion (30g) % RDA*
Kalorien (kJ)
(kcal)
794
190
 
Proteine (g) 6,2  
Kohlenhydrate
davon Zucker
(g)
(g)
4,9
1,8
 
Fette
- gesättigt
- ungesättigt
(g)
(g)
(g)
16
3,2
13,2
 
Ballaststoffe (g) 1,3 4%
Natrium (mg) 1,8  
Magnesium (mg) 47 16%
Phosphor (mg) 150 19%
Vitamin B1 (mg) 0,2 14%
Vitamin E (mg) 1,6 16%
Phytosterin (mg) 65  

Tabelle 3: Nährwertübersicht für Pistazien
*RDA (recommended daily allowance) = empfohlene Tagesdosis

noten
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