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Kolumne von Maira Rastrollo von der Universität Navarra |
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Nusskonsum führt nicht zu Gewichtszunahme Epidemiologische Studien und klinische Versuche zeigen, dass sich das Risiko an kardiovaskulären Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 oder Entzündungen zu erkranken, durch den regelmäßigen Verzehr von Nüssen auf gesunde Weise senken lässt. So waren Nüsse einschließlich Erdnüsse die ersten Nahrungsmittel, denen die US-amerikanische Lebensmittelsicherheitsbehörde (FDA) eine vorbeugende Wirkung gegen Herzkrankheiten attestiert hat.
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Maira Bes-Rastrollo Universität Navarra |
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Jede Nusssorte variiert in ihrem individuellen Nährwert. Mit 23,4 bis 26,8 kJ pro Gramm und einem Fettgehalt zwischen 45 und 75 Prozent sind Nüsse aber generell energiereich. Den größten Anteil stellen dabei die ungesättigten Fettsäuren. Aufgrund dieses hohen Fett- und Energiegehalts wird empfohlen, Nüsse nur in kleinen Mengen zu verzehren.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass ein moderater Nussverzehr keineswegs zu einer Zunahme des Körpergewichts führt. So fassen zwei Übersichtsstudien die Ergebnisse von insgesamt 15 Interventionsstudien (Vorher-Nachher-Studien) zusammen, die den quantitativen Zusammenhang von Nussverzehr und Körpergewicht evaluieren [1,2]. Demnach zeigt sich keine Tendenz für eine Gewichtszunahme durch den Konsum von Nüssen. Einschränkend muss darauf hingewiesen werden, dass diese kontrollierten Studien nur mit einer kleinen Anzahl von Versuchspersonen bei normaler Energieaufnahme durchgeführt wurden. Zudem war der Zeitraum des Nusskonsums relativ kurz.
Auch aktuelle Ergebnisse der Nurses’ Health Study – die weltweit größte und langfristigste Studie über Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Frauen – zeigen, dass über einen Versuchszeitraum von acht Jahren der häufige Verzehr von Nüssen nicht zu einer signifikant erhöhten Gewichtszunahme führte [3]. Dagegen wurde mit steigendem Nussverzehr ein tendenziell niedrigeres Körpergewicht beobachtet. Bei der Evaluierung der Ergebnisse zeigten sich keine Unterschiede für die unterschiedlichen Nusssorten. Diese Ergebnisse stimmen ebenfalls mit denen der spanischen SUN Kohortenstudie überein, die mit Versuchspersonen aus dem Mittelmeerraum, die ausschließlich eine akademische Ausbildung hatten, durchgeführt wurde [4]. Die Teilnehmer, die häufig Nüsse verzehrten, hatten durchschnittlich ein 0,42 kg geringeres Körpergewicht als die Gruppe mit geringem Nusskonsum.
Auch die Ergebnisse der vorangegangenen klinischen PREDIMED Studie zeigen ähnliche Resultate. Im Vergleich zu den Versuchsteilnehmern mit geringer Fettaufnahme hatten sich die kardiovaskulären Risikofaktoren bei der Personengruppe mit Nusskonsum nach drei Monaten ohne Gewichtszunahme verbessert. Diese ebenfalls in Spanien durchgeführte Studie hatte zum Ziel, mögliche Einflüsse einer mediterranen Ernährung auf kardiovaskuläre Erkrankungen festzustellen. Die Energieaufnahme der Teilnehmer war nicht eingeschränkt und sie konnten zwischen dem zusätzlichen Verzehr von Olivenöl oder Baumnüssen wählen [5].
Zahlreiche Mechanismen wurden als Erklärung für die fehlende Beziehung zwischen Nusskonsum und Gewichtszunahme vorgeschlagen. So sind Nüsse reich an Ballaststoffen und Proteinen, die eine schnellere Sättigung bewirken. Außerdem können Nüsse aufgrund ihres hohen Protein- und ungesättigten Fettsäuregehalts den Ruheumsatz eines Menschen erhöhen. Entsprechend können Kompensationsmechanismen in der Ernährung als Hauptursache für das Ausbleiben der erwarteten Gewichtszunahme angenommen werden.
Der Fettanteil von Nüssen besteht vor allem aus ungesättigten Fettsäuren. Es gibt Hinweise, dass einfach sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren besser oxidiert werden als gesättigte Fettsäuren, und sich im Körper dadurch möglicherweise die Fettspeicherung reduziert. Auch das unvollständige Zerkauen der Nüsse und ein damit verbundener erhöhter fäkaler Fettverlust kann zu einer Reduktion der verfügbaren Energie führen.
Damit kann nach den heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen der Verzehr von Nüssen gegenüber weniger gesunden Alternativprodukten empfohlen werden. Wenn Nüsse z.B. an Stelle anderer Snacks oder Desserts verzehrt werden, können Ernährungsberater den Befürchtungen widersprechen, dass Nüsse zu einer Gewichtszunahme führen.
Kolumne von Maira Bes-Rastrollo von der Universität Navarra
Quellen:
1. García-Lorda P., Megias Rangil I., and Salas-Salvadó J. Nut consumption, body weight and insulin resistance. European Journal of Clinical Nutrition 2003:57(1);S8-S11.
2. Rajaram S, Sabate J. Nuts, body weight and insulin resistance. British Journal of Nutrition 2006:96;S79-86.
3. Bes-Rastrollo, M., Nicole, M. Wedick, M.A. Martinez-Gonzalez, T.Y. Li, S. Laura and F.B. Hu. Prospective study of nut consumption, long-term weight change and obesity risk in women. American Journal of Clinical Nutrition 2009:89;1913-9.
4. Bes-Rastrollo, M., Sabaté, J., Gómez-Gracia, E., Alonso, A., Martínez, J. A., and Martínez-González, M. A. Nut consumption and weight gain in a Mediterranean cohort: the SUN Study. Obesity Research 2007:15;107-16.
5. Estruch R, Martinez-González MA, Corella D, et al. Effects of a Mediterranean-style diet on cardiovascular risk factors. A randomized trial. Annuals of Internal Medicine 2006:145;1-11.
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Der Einfluss von Nüssen auf Bluthochdruck |
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Eine aktuelle Studie bestätigte zwar nicht, dass regelmäßiger Nussverzehr das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken senken kann, doch der hohe Gehalt an Magnesium, Kalium und ungesättigten Fettsäuren sowie der niedrige Natriumgehalt ungesalzener Nüsse sind Faktoren, die möglicherweise in diesem Prozess eine Rolle spielen. Daher haben Nüsse sehr wahrscheinlich einen präventiven Einfluss auf die Entwicklung von Bluthochdruck.
Als einer der Hauptfaktoren bei der Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen stellt Bluthochdruck eines der größten Gesundheitsrisiken in der Bevölkerung dar. Fast eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Bluthochdruck und in den europäischen Ländern ist diese Zahl noch weiter ansteigend. Martínez-Lapiscina et al. untersuchten mithilfe von Datenmaterial der SUN Kohortenstudie den Einfluss des Nussverzehrs auf die Entstehung von Bluthochdruck.
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SUN ist eine dynamische prospektive Kohortenstudie, die ausschließlich mit spanischen Akademikern durchgeführt wird. Die ersten Versuchspersonen wurden im Dezember 1999 geworben, doch bis heute kommen immer neue Teilnehmer hinzu. Alle zwei Jahre werden Ernährungsinformationen der Teilnehmer gesammelt. Das Hauptziel der Studie ist, ernährungsbedingte Einflussfaktoren auf Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und koronare Herzkrankheiten zu identifizieren
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Datenerhebung durch die Teilnehmer
Von den 19.519 Bewerbern wurden 9.919 gesunde Teilnehmer mit normalen Ernährungsgewohnheiten ausgewählt und in die Untersuchung aufgenommen. Mithilfe eines Verzehrshäufigkeits-Fragebogens wurden Informationen über den Verzehr von Nüssen (Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse und Erdnüsse) gesammelt. Die Teilnehmer wurden aufgrund der Verzehrshäufigkeit in vier Kategorien eingeteilt: selten/nie, ein bis dreimal pro Monat, einmal pro Woche und mehr als einmal pro Woche. Zusätzlich wurde der systolische und diastolische Blutdruck von den Teilnehmern dokumentiert. Bluthochdruck wurde definiert mit einem systolischen Blutdruck von ≥ 140 mm Hg und/oder einem diastolischen Blutdruck von ≥ 90 mm Hg.
Keine Beziehung zwischen Nussverzehr und Bluthochdruck
Über einen Zeitraum von 4,5 Jahren wurde Bluthochdruck 12,4-mal pro 1000 Personen und Jahr registriert. Für die gesamte Studiengruppe wurden in dem Zeitraum 542 neue Fälle von Bluthochdruck diagnostiziert. Die Teilnehmer der Kategorie mit dem höchsten Nussverzehr waren vor allem Männer.
Sie waren außerdem älter, Nichtraucher, physisch aktiver und zeigten häufiger einen erhöhten Cholesterinspiegel. Darüber hinaus nahmen sie mehr Energie, Alkohol und ungesättigte Fettsäuren sowie weniger Natrium und gesättigte Fettsäuren auf. Während der Studie korrelierte der Nussverzehr mit einem höheren Verzehr von Obst, Gemüse und Fisch und mit einer geringeren Aufnahme von Milch- und Fleischprodukten. Wenn individuelle Ernährungsgewohnheiten, Geschlecht, Alter und andere Einflussfaktoren in die Auswertung einbezogen wurden, konnte keine Beziehung zwischen Nussverzehr und dem Vorkommen von Bluthochdruck hergestellt werden.
Ungesalzene versus gesalzene Nüsse
Die Autoren der Studie versuchen die fehlende Beziehung zwischen Nussverzehr und Bluthochdruck damit zu erklären, dass zwischen ungesalzenen und gesalzenen Nüssen nicht unterschieden wurde. Die spanische Bevölkerung konsumiert jedoch vorwiegend gesalzene Nüsse, was die Ergebnisse der Studie beeinträchtigt und die potentiellen Vorteile von Nüssen in der Ernährung überlagert haben könnte. Weitere Forschungsarbeit ist nun notwendig, um die Frage nach der präventiven Wirkung von Nüssen gegen Bluthochdruck abschließend beantworten zu können.
Quelle:
Martínez-Lapiscina E.H., Pimenta A.M., Beunza J.J., Bes-Rastrollo M., Martínez J.A., and Martínez-González M.A. Nut consumption and incidence of hypertension: The SUN prospective cohort. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases; in press.
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In eigener Sache |
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Wir haben Sie bereits kürzlich darüber informiert, dass wir unsere „About Nuts“-Internetseite überarbeitet haben. Ab sofort gibt es eine weitere Neuerung: Wir stellen Ihnen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um Nüsse jeweils in Kurzform regelmäßig auf www.aboutnuts.com zur Verfügung. Somit müssen Sie nicht mehr auf den vierteljährlich erscheinenden „About Nuts“-Newsletter warten, sondern können sich bereits vorab umfassend informieren.
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Verzehr von Nüssen und Früchten beugt Depressionen vor |
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Eine gesunde, mediterrane Ernährungsweise kann das Risiko, an Depressionen zu erkranken reduzieren. So lautet die Schlussfolgerung einer aktuellen spanischen Studie, die ergab, dass eine Ernährung basierend auf mediterraner Kost die Wahrscheinlichkeit, depressiv zu werden, um 40 bis 50 Prozent reduzieren kann. Allein der Verzehr von Obst und Nüssen soll laut der Studie das Erkrankungsrisiko um 30 bis nahezu 40 Prozent senken.
Die Ergebnisse stammen aus der Spanischen SUN Kohortenstudie. Im Rahmen der Studie wurden die Eckpfeiler der mediterranen Ernährungsweise – viel Nüsse, Obst, Fisch und Gemüse – untersucht und mit der normalen Ernährungsweise der 10.094 teilnehmenden Spanier verglichen. Keine der Versuchspersonen litt zu diesem Zeitpunkt an Depressionen. Nach einem Versuchszeitraum von 4,4 Jahren waren 480 neue Fälle von Depressionen diagnostiziert worden.
Nussverzehr reduziert das Krankheitsrisiko
Die im Verlauf der Studie gewonnen Daten zeigen, dass Menschen mit einer an die mediterrane Kost angelehnte Ernährungsweise zu 40 bis 50 Prozent weniger wahrscheinlich an einer schweren Depression erkranken. Greift man allein den Obst- und Nussverzehr heraus, wurde bei den Studienteilnehmern mit hohem Verzehr ein um 30 bis fast 40 Prozent reduziertes Krankheitsrisiko festgestellt.
Gesunde Kost mit Nüssen unterstützt die geistige Gesundheit
Obwohl die Mechanismen hinter dem möglichen präventiven Effekt noch nicht geklärt sind, vermuten die Forscher, dass speziell die Kombination der verschiedenen Nahrungsmittelgruppen im Rahmen der mediterranen Ernährung für deren gesundheitsfördernde Wirkung ausschlaggebend ist. Die mediterrane Kost liefert zahlreiche gesundheitsfördernde Nährstoffe, darunter etwa Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, einen relativ hohen Anteil an (guten) ungesättigten Fetten, Antioxidantien aus Nüssen und Olivenöl sowie Vitamine und Mineralstoffe aus Früchten und anderen pflanzlichen Lebensmitteln. Eine derartige Mischung unterstützt anscheinend die geistige Gesundheit bzw. beugt psychischen Störungen vor.
Dritthäufigste Ursache für frühzeitigen Tod und Erwerbsunfähigkeit
Depressionen vorzubeugen ist enorm wichtig, da die Krankheit weit verbreitet ist. In den Industrieländern sind Depressionen die dritthäufigste Ursache für Erwerbsunfähigkeit und frühzeitigen Tod. Ernährungsstrategien in die Prävention einzubeziehen wäre ein weitgehend neuer Ansatz, um psychische Probleme in den Griff zu bekommen.
Quelle:
Sánchez-Villegas A., Delgado-Rodríguez M., Alonso A., Schlatter J., Lahortiga F., Majem L., Martínez-González MA. Association of the Mediterranean dietary pattern with the incidence of depression: the Seguimiento Universidad de Navarra/University of Navarra follow-up (SUN) cohort.Arch Gen Psychiatry. 2009; 66(10):1090-8.
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