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Dezember 2009

illustration Kolumne von Dr. Henk van den Berg

illustration Nüsse haben einen positiven Einfluss bei Arteriosklerose

illustration Paranüsse können Krebsprävention unterstützen

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Kolomne von Dr. Henk van den Berg

 
 

Wie gesund sind Nüsse?
Nüssen werden viele positive Eigenschaften zugesprochen: Sie sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Magnesium und Zink. Nüsse enthalten zudem B-Vitamine (B1 und B6) und sind eine gute Quelle für Ballaststoffe und Protein. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse mehreren Studien darauf hin, dass Nussverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Diese Schutzwirkung wird oft auf das günstige Fettsäureprofil in Nüssen zurück geführt. Nüsse enthalten relativ große Mengen an einfach und mehrfach ungesättigten Fetten. Nichtsdestotrotz weisen beispielweise Paranüsse und Cashew-Kerne, ebenso Erdnüsse, aber auch einen relativ hohen Gehalt an gesättigten Fetten auf (15 bis 25 Prozent).

Trotz all ihrer positiven Eigenschaften, sind Nüsse nicht in den niederländischen Ernährungsratgeber („Eat healthy: Wheel of five“) integriert. Sie zählen auch nicht zu den Grundnahrungsmitteln, sondern werden in der Regel unter „Extras“ bzw. als Snacks aufgeführt. Das liegt daran, dass den Richtlinien für eine gesunde Lebensmittelauswahl in den Niederlanden die landestypischen Essgewohnheiten zu Grunde gelegt werden. In den Niederlanden werden Nüsse hauptsächlich als Snacks konsumiert und leisten – Untersuchungen zum Ernährungsverhalten zu Folge – keinen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit Mikronährstoffen. In der Gruppe der Snackprodukte werden sie sogar eingestuft unter „nur selten verzehren“, weil sie einen sehr hohen Fettgehalt (bis zu 110 Kalorien je Standardportion à 20 Gramm) und ebenso einen hohen Gehalt an gesättigten Fetten (bis zu 13 Prozent) aufweisen. Nur Pistazien erreichen den Status „bevorzugte Wahl“ – hier ist schlicht der essbare Anteil der Nüsse geringer. Denn im Hinblick auf die Krankheitsprävention (Übergewicht) sind Kriterien wie Energie- und Fettgehalt Schlüsselfaktoren bei der Einstufung von Lebensmitteln, die nicht zur Grundnahrung zählen.

 
 

Dr. Henk van den Berg
Ernährungs- und Gesundheitsfachmann

 

Letztlich verhindern die hohen Energiewerte und die Rolle, die Nüsse in der traditionell typisch niederländischen Ernährung spielen, dass sie in die Kategorie der „gesünderen Wahl“ rücken. Tatsachen, die mit den oben beschriebenen Untersuchungs- und Studienergebnisse in Konflikt zu stehen scheinen. Jedoch liefern die bisher durchgeführten Studien noch nicht ausreichend Beweise und lassen einige Fragen offen – etwa, was Unterschiede in der gesundheitlichen Wirkung zwischen den einzelnen Nusssorten und die Energieverwertung aus Nüssen betrifft. Die Aufnahme von Fettsäuren aus Nüssen im Darm ist Untersuchungen zufolge um sieben Prozent geringer und wird auch nicht kompensiert (BJN 2007:98:456-7). Eine Neubewertung von Nüssen hinsichtlich ihrer Kategorisierung in Produktgruppen steht deshalb aktuell (noch) nicht an. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Nüsse durchaus in eine gesunde Ernährung passen. Zum Beispiel als Ersatz für eine vollwertige Mahlzeit, aber auch – in kleinen Portionen und ungesalzen – als Snack oder Brotaufstrich.

 
 
 
 

Nüsse haben einen positiven Einfluss bei Arteriosklerose

 
 

Nüsse (Erdnüsse und andere Nüsse) beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, indem sie verschiedene Risikofaktoren positiv beeinflussen. Beispielsweise kann der Nussverzehr den Gehalt an Antioxidanten im Körper steigen lassen oder für verbesserte Blutfettwerte sorgen. Die bedeutendste Vorstufe bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist jedoch Arteriosklerose. Anders als bei den kardiovaskulären Erkrankungen lässt sich Arteriosklerose nicht anhand von Veränderungen der antioxidativen Kapazität bzw. der Blutfettwerte erkennen. Um die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachte Sterblichkeitsrate senken zu können, muss daher zunächst der komplexe Prozess, der zur Entstehung von Arteriosklerose führt, aufgeklärt werden. Ross hat diesen Prozess untersucht. Dabei entdeckte er, dass Nüsse auch hier entscheidende Krankheitsindikatoren oder Biomarker positiv beeinflussen können.

Was genau ist Arteriosklerose?
Arteriosklerose kennzeichnet das Anfangsstadium bei der Entstehung einer kardiovaskulären Erkrankung. In dieser Phase lagern sich Fettverbindungen an den Gefäßwänden der Arterien ab. Letztendlich können diese Ablagerungen oder auch Plaques die Blutgefäße vollständigen verstopfen. Verursacht werden kann Arteriosklerose durch Störungen im Lipoprotein-Stoffwechsel, oxidativen Stress, chronische Entzündungen und Anfälligkeit für Thrombose. Diese Faktoren werden mit klassischen Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht, z. B. Rauchen, hoher Blutdruck und erhöhte Blutcholesterinwerte.

Biomarker für Arteriosklerose
In seinem Artikel diskutierte Ross mehrere epidemiologische und klinische Studien, die den Einfluss von Nüssen auf Arteriosklerose untersucht haben. Aus diesen Studien wurden drei verschiedene Mechanismen abgeleitet, die eine Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose spielen: Oxidationsprozesse, Entzündungen und Funktionsstörungen des Endothels (Endotheliale Dysfunktion), das die Blutgefäße innen auskleidet. Für die beiden ersten Mechanismen wurden die Oxidierbarkeit von LDL (Low Density Lipoprotein) beziehungsweise C-reaktivem Protein (ein Entzündungsindikator) als Biomarker genutzt. Für die Endotheliale Dysfunktion gibt es keinen biochemischen Biomarker. Hier kann jedoch direkt der Zustand der Endothelwand zur Beurteilung herangezogen werden.

Effekt von Nüssen auf Arteriosklerose
Da der Gehalt an Antioxidantien und einfach ungesättigten Fettsäuren in Nüssen generell hoch ist, haben sie tatsächlich einen günstigen Einfluss auf die LDL-Oxidation. Die beobachteten Effekte in den zugrunde liegenden Studien waren allerdings nicht signifikant. Darüber hinaus gibt es Beweise für eine entzündungshemmende Wirkung der in Nüssen enthaltenen Polyphenole. Mehrere Studien zeigen zudem, dass bioaktive Verbindungen aus Nüssen einen positiven Einfluss auf die Endothelfunktion der Arterienwand haben. Allerdings wurden bei den diskutierten Studien, die den Verzehr von Nüssen einbezogen, nicht entsprechend die Unterschiede in der endothelialen Dysfunktionen erfasst.

Nüsse können der Entstehung von Arteriosklerose vorbeugen
Der Autor schloss aus dieser Analyse, dass der Verzehr von Nüssen einen günstigen Einfluss auf die Prävention von Arteriosklerose hat und daher indirekt auch der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken kann.

Quelle:
Ros E. Nuts and novel biomarkers of cardiovascular disease. American Journal of Clinical Nutrition 2009;89(suppl):1649-1656.

 
 
 
 

Paranüsse können Krebsprävention unterstützen

 
 

Paranüsse können aufgrund ihrer günstigen Nährstoffzusammensetzung bei zahlreichen Krebsarten eine vorbeugende Wirkung entfalten. Bekanntlich stellen Paranüsse eine gute Quelle für Mikronährstoffe und bioaktive Verbindungen dar. Verglichen mit anderen Nüssen ist ihr Gehalt an Selen, Kalzium, Magnesium, Vitamin E, Phytosterolen und antioxidativem Squalen relativ hoch. In einer aktuellen Studienbewertung erläutert Yang, dass vor allem der hohe Gehalt von Selen und Antioxidantien in Paranüssen den positiven gesundheitlichen Effekt erklären könnte. Doch wie funktioniert das?

Selen spielt eine wichtige Rolle beim Effekt der Antioxidantien
Selen ist ein essentieller Bestandteil von antioxidativen Enzymen. Deswegen spielt es auch eine entscheidende Rolle im antioxidativen Prozess und trägt daher maßgebend zur antioxidativen Eigenschaft von Paranüssen bei. Der Effekt von Antioxidantien in Nüssen wird durch die gleichzeitige Aufnahme von Selen verstärkt. Ihren hohen Selengehalt verdanken Paranüssen der hohen Selenkonzentration im Boden des Amazonasgebiets. Eine einzige Paranuss enthält 160 Prozent der in den USA für das Spurenelement empfohlenen Tagesmenge. Durch den hohen Gehalt an Selen und Antioxidantien ist die antioxidative Kapazität von Paranüssen relativ hoch.

Tumorentstehung wird stark gehemmt
Die Tatsache, dass Antioxidantien das Zellwachstum hemmen, wurde bereits in zahlreichen In-vitro-Studien nachgewiesen. Die synergetischen Effekte von Selen und Antioxidantien bei der Tumorentstehung sind dagegen erst seit Kurzem bekannt. Aktuelle Studien zeigen einen günstigen Effekt bei der Prävention diverser Krebsarten beim Menschen, wie etwa Brust-, Lungen und Prostatakrebs. Der Nachweis von Nussextrakten war dabei leider begrenzt. Positiv festzuhalten ist jedoch, dass sich nach dem Verzehr von Paranüssen sowohl eine höhere Selen-Akkumulation im Gewebe als auch eine Hemmung des Zellwachstums durch die gleichzeitige antioxidative Fähigkeit zeigte.

Regelmäßiger Verzehr von Paranüssen kann Gesundheitszustand verbessern
Der Autor folgerte, dass regelmäßiger Verzehr von Paranüssen die Krebsprävention unterstützen kann – obwohl anhand der begrenzten Beweislage die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht bekannt sind.

Quelle:
Yang J. Brazil nuts and associated health benefits: a review. Food Science and Technology 2009;42:1573-1580.

 
 
 
 

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