1. Einleitende Worte von PD Dr. Achim Bub, Max Rubner-Institut, Karlsruhe„Nüsse sind Dickmacher“ – diese Aussage gehört der Vergangenheit an. Lange Zeit warf der Fettgehalt in Nüssen kritische Fragen über ihren Nährwert auf. Nun scheint klar zu sein, dass sie einen wesentlichen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten. Der Ratschlag, regelmäßig Nüsse zu essen, wurde z.B. in Deutschland und in den USA (German Nutrition Society, American Heart Association) in die offiziellen Ernährungsempfehlungen aufgenommen. Darüber hinaus gibt es einen gesundheitsbezogenen Claim (Health Claim), der den Nussverzehr mit einem geringeren Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung bringt. In ihrem jüngsten Bericht schlussfolgern die Forscher Rajaram und Sabaté, dass man bei täglichem Nussverzehr nicht automatisch zunimmt. Diese Ergebnisse resultieren aus epidemiologischen, metabolischen und klinischen Studien. Allerdings gilt es zunächst, noch offene Fragen aus derartigen Stoffwechselstudien zu klären. Gerade bei Verzehrstudien hat sich gezeigt, dass sich eine höhere Energieaufnahme durch die Aufnahme von Nüssen in den täglichen Speiseplan günstig auf das Gewicht auswirkt. Bei der Frage, wie das stoffwechseltechnisch möglich sein kann, standen folgende Kernaspekte zur Diskussion: Ungenügende Fettaufnahme, Auswirkung auf den Sättigungsgrad, nahrungsinduzierte Thermogenese (Wärmebildung), Fettsäuren-Oxidation bzw. ein verlangsamter Ruheumsatz. Forscher der Purdue University, West Lafayette, berichteten jüngst im American Journal of Clinical Nutrition, wie sich das Kauen von Mandeln auf die Bioverfügbarkeit von Fetten, den Appetit und hormonelle Reaktionen auswirkt. Nach dem Zufallsprinzip wurden 13 gesunde Erwachsene ausgesucht und angewiesen, 55 Gramm Mandeln 10-, 25-, bzw. 40-mal zu kauen. Dabei wurde ihr Appetit überwacht und die Konzentration von nahrungsinduzierten Hormone in Magen und Darm untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass das Hungergefühl niedriger und das Völlegefühl höher als normal war, wenn die Mandeln häufiger – 40-mal verglichen mit 25-mal – gekaut wurden. Zudem fanden sie im Blut der „vielkauenden“ Probanden eine erhöhte Menge des Darmflorhormons GLP-1 (glucagon-like peptide-1), das das Sättigungsgefühl im Körper vermittelt. Dies könnte den erhöhten Sättigungseffekt beim 40-fach wiederholten Kauen erklären. Außerdem zeigte sich, dass bei einer Kaudauer von 10- im Vergleich zu 25- und 40-mal die Fettausscheidung und der Energieverlust steigen. Damit belegte die Studie eindrucksvoll, dass der Kauvorgang wichtig ist, um Fette und Energie aus Nüssen für den Körper verfügbar zu machen und letztlich ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Ob die geschilderten Effekte tatsächlich zur Regulierung des Körpergewichts beitragen, müsste nun im Rahmen einer kontrollierten Langzeitstudie tiefergehend untersucht werden. Allerdings konnten mit der vorliegenden Studie zumindest einige der oben erwähnten Fragen zur positiven Energiebilanz in kontrollierten Verzehrstudien beantwortet werden. Und noch ein Rat zum Schluss: Die geringe Fett- und Energieaufnahme durch kurz gekaute Nüsse mag für figurbewusste Menschen erfreulich klingen, aber man sollte dabei nicht vergessen, dass kurzes Kauen auch einhergeht mit einer geringeren Aufnahme von vorteilhaften ungesättigten Fettsäuren, Phytosterolen, Vitaminen, und Antioxidantien wie zum Beispiel Polyphenolen. Man sagt diesen Stoffen allesamt nach, dass sie dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten wie Krebs, Herzversagen und Diabetes zu verringern. Quellen: |
|
2. Positive Auswirkungen einer mit Nüssen angereicherten mediterranen Diät auf das Metabolische SyndromEine aktuelle Studie zeigt, dass eine mit Nüssen angereicherte, klassische mediterrane Ernährungsweise das Risiko für das Metabolische Syndrom reduziert. Weltweit sind etwa 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen. Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass ungesunde Ernährungsweisen (z.B. im „Western Style“) das Auftreten des Metabolischen Syndroms begünstigen, während die mediterrane Küche mit ihrem hohen Anteil an Früchten, Gemüse, Körnern (Getreide), Fisch und fettarmen Milchprodukten eine Schutzfunktion übernimmt. Salas-Salvadore et. al untersuchten genauer, welchen Effekt die klassische mediterrane Ernährungsweise auf das Auftreten des Metabolischen Syndroms hat. Im Rahmen einer Studie wurden 1.224 Teilnehmer zwischen 55 und 80 Jahren mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen untersucht. Diese Testpersonen wurden zufällig einer der drei folgenden Gruppen zugeordnet:
Nach einem Jahr evaluierten die Forscher den Risikofaktor für das Metabolische Syndrom bei den verschiedenen Ernährungstypen. Entsprechend zu Ergebnissen, die bereits im Archives of Internal Medicine veröffentlicht worden waren, reduzierte die mit Nüssen angereicherte traditionell-mediterrane Diät die Prävalenz des Metabolischen Syndroms um 13,7 Prozent, die Olivenöl-Variante um 6,7 Prozent. Bei den Probanden mit der fettarmen Ernährungsweise sank das Risiko währenddessen lediglich um zwei Prozent. Bei den Teilnehmern wurden zwar keine Veränderungen des Gesamtkörpergewichts festgestellt. Jedoch hatten bei den Probanden der „Nuss-Gruppe“ (verglichen mit den Probanden fettarme Ernährung) Taillenumfang, Triglycerid-Gehalt im Blut und Blutdruck signifikant abgenommen – das Körperfett hatte sich umverteilt. Diese veränderte Verteilung lässt sich wahrscheinlich auf das Zusammenspiel von erhöhter Sättigung, gesteigerter Fettverbrennung, schlechterer Fettverwertung und geringerer Verfettung zurückführen. Zusammengefasst ergab die Studie, dass eine nicht-energiereduzierte, klassisch-mediterrane Kost angereichert mit schmackhaften und wertvollen Nüssen (hoher Fettgehalt, viele ungesättigte Fettsäuren) einen guten Weg darstellt, dem Metabolischen Syndrom vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. Quelle: |
Das metabolische Syndrom ist das gemeinsame Auftreten verschiedener Krankheiten, die zusammen genommen das Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen beträchtlich erhöhen. Symptome sind:
|
3. Reduziert Nussverzehr das Risiko für Herzkrankheiten?Entgegen der Erwartungen konnte im Rahmen einer Studie mit amerikanischen Männern keine Verbindung zwischen lang andauerndem Nussverzehr und einem reduzierten Risiko für Herzversagen festgestellt werden. Die Forscher erwarteten eine positive Relation, weil der Verzehr von Nüssen mit verbessertem Blutdruck, geringerem Diabetes-Risiko, Gewichtsabnahme und geringerem Risiko für plötzlichen Herztod oder Tod durch Herzinfarkt in Verbindung gebracht wird. Bei der so genannten prospektiven (vorausschauenden) Kohortenstudie wurden 20.976 männliche Ärzte aufgefordert zu berichten, wie oft sie im letzten Jahr im Durchschnitt Nüsse verzehrt hatten. Im ersten darauf folgenden Jahr erhielt jeder Teilnehmer alle sechs Monate und danach im jährlichen Turnus einen Fragebogen, um Informationen über den Nussverzehr und das Auftreten von Krankheitsfällen inklusive Herzversagen zu erhalten. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt 19.6 Jahre begleitet. Währenddessen wurden insgesamt 1.093 Fälle von Herzversagen dokumentiert. Dabei zeigte sich, dass Teilnehmer, die mehr als zwei Portionen Nüsse pro Woche verzehrten, eine höhere Prävalenz für Flüssigkeitsaufnahme, körperliche Bewegung und den Verzehr von Frühstückcerealien hatten. Der Anteil an Rauchern und Personen mit Bluthochdruck war in dieser Gruppe gering. Es wurde aber keine Relation zwischen Nusskonsum und dem Auftreten von Herzversagen beobachtet. Diese fehlende Relation wurde sowohl bei schlanken als auch bei übergewichtigen Teilnehmern beobachtet. Die Aussagekraft der Studie wurde wohl dadurch eingeschränkt, dass sich die verschiedenen Arten von Herzversagen nicht differenzieren ließen und keine detailierten Informationen über die verzehrten Nusstypen (z.B. geröstet und gesalzen, trocken geröstet etc.) vorlagen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Ärzte einen – verglichen mit der Durchschnittsbevölkerung – unterschiedlichen Lebensstil haben. Ebenso wie zu niedrig oder zu hoch angegebener Nussverzehr könnte zudem der Mangel an Daten über die sonstige Ernährungsweise der Probanden zu den unerwarteten Ergebnissen beigetragen haben. Deswegen kann die vorliegende Studie nicht ausschließen, dass sich der Nussverzehr möglicherweise vorteilhaft auf verschiedene Subtypen von Herzversagen auswirkt, wie z.B. Herzversagen als Folge von Diabetes. Quelle: |
About Nuts Newsletter
Redaktionsteam Intersnack Group, Düsseldorf Schuttelaar & Partners, The Hague Redaktionsleitung Schuttelaar & Partners, The Hague Fragen/Kommentare Bitte schicken Sie Fragen bzw. Kommentare an: info@aboutnuts.nl |
Rechtliche HinweiseUnsere Newsletter werden mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Nichtsdestoweniger können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. About Nuts kann für die Folgen solcher Fehler nicht verantwortlich gemacht werden. Daten von Abonnenten werden ohne ausdrückliche Zustimmung nicht für weitere Zwecke verwendet.